Generationsgerechtigkeit - die große Herausforderung
In der Oberlausitz und besonders im Landkreis Görlitz spüren Unternehmer die demografische Entwicklung besonders stark. Die Bevölkerungszahl ist seit 1990 um mehr als ein Drittel geschrumpft – von rund 367.000 auf etwa 244.000 Einwohner im Jahr 2024. Prognosen des Statistischen Landesamtes Sachsen gehen von einem weiteren Rückgang auf unter 227.000 Personen bis 2035 aus. Das Durchschnittsalter liegt bei fast 50 Jahren, der Altenquotient (Personen ab 65 Jahren je 100 Erwerbsfähige) hat die Marke von 60 überschritten. Gleichzeitig wandern junge Menschen ab, während die Zahl der Erwerbsfähigen (20–65 Jahre) kontinuierlich sinkt.
Fachkräftemangel, alternde Belegschaft, steigende Lohnnebenkosten und fehlender Nachwuchs sind längst traurige Realität. Dazu kommen bundesweit explodierende Rentenlasten und ein nicht nachhaltiges Sozialsystem.
Und mittendrin stehen Sie:
Sie kümmern sich täglich um Ihre Mitarbeiter und den Betrieb – aber für sich selbst und Ihre eigene Zukunft bleibt oft keine Zeit.
Es ist Zeit für eine ehrliche Bilanz.
Für Ihr Unternehmen. Für Ihre Belegschaft. Und für Sie persönlich.
Wer jetzt handelt, kann Steuern sparen, Mitarbeiter binden und verhindern, dass die nächste Generation die Zeche zahlt.
Quelle: Statista Landkreis Görlitz - Einwohnerzahl bis 2024
Seifhennersdorf und Görlitz – Mit zwei gut besuchten Veranstaltungen Ende Juni und Anfang Juli 2026 hat die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien das Thema demografischer Wandel und Generationsgerechtigkeit in den Mittelpunkt gerückt. Gemeinsam mit namhaften Experten wurden Herausforderungen und konkrete Lösungswege für Unternehmen der Region diskutiert.
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen betonte, dass Gerechtigkeit zwischen den Generationen nicht objektiv messbar ist – was der eine als gerecht empfindet, hält der andere für ungerecht. Er beschrieb die demografische Entwicklung als dramatisch. Wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht, verlässt eine große Gruppe den Arbeitsmarkt, während deutlich weniger junge Menschen nachrücken. Das gesetzliche Sozialversicherungssystem ist nach seiner Einschätzung nur noch finanzierbar, wenn die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge spürbar steigen und das Renteneintrittsalter angehoben wird. „Und das erklären Sie mal den jüngeren Beitragszahlern“ so Raffelhüschen.
Für die Betriebe der Oberlausitz bedeutet dies doppelten Druck: Arbeitskräftemangel und fehlende Nachfolger auf der einen Seite sowie unzureichende Altersrente für viele Inhaber auf der anderen. Besonders das Thema eigene Altersversorgung des Inhabers wurde thematisiert – ein Punkt, für den sich viele zu wenig Zeit nehmen.
Betriebliche Vorsorge als strategischer Hebel
Melanie Juen zeigte praxisnahe Wege auf, wie Unternehmen dem Arbeitskräftemangel und der Altersvorsorge-Thematik gleichzeitig begegnen können. Durch gezielte betriebliche Vorsorgekonzepte lassen sich qualifizierte Mitarbeiter langfristig binden und gleichzeitig die persönliche Absicherung der Unternehmer selbst verbessern. „Wer sich jetzt nicht aktiv mit seiner eigenen Vorsorge auseinandersetzt, riskiert, im Ruhestand ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen zu sein“, brachte sie den Kern der Herausforderung auf den Punkt.
Der Generationenwechsel im Landkreis Görlitz ist keine Pflichtaufgabe – er ist eine Chance. Mit der betrieblichen Altersvorsorge können Unternehmer ihre Lebensleistung sichern, Mitarbeiter halten und junge Talente gewinnen. Prof. Bernd Raffelhüschen hat recht: Es reicht nicht mehr, nur auf den Staat zu setzen.
Eigenverantwortung und kluge betriebliche Lösungen sind gefragt – jetzt.
Grit Fugmann, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, war zu Gast im Funkhaus von Radio Lausitz in Bautzen.
Gemeinsam mit der Moderatorin Kristin Hardt und Melanie Juen von der Sparkassen-Versicherung sprachen sie vor Ort über aktuelle Themen wie die nachhaltige Finanzierung unseres Sozialsystems für alle Generationen, Unternehmensnachfolge, Frauen im Hinblick auf Altersvorsorge und warum es so wichtig ist, sich Zeit für eine eigenes Finanzkonzept zu nehmen.
Zugeschaltet war der renommierte Ökonom Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen einer der führenden Experten für Generationsgerechtigkeit und Altersvorsorge in Deutschland, der wertvolle Impulse und fundierte Analysen beisteuerte.
Erleben Sie ein offenes, spannendes und hochaktuelles Gespräch – Jetzt anhören!
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